Häufige Probleme und wie man sie am besten löst
Luftmangel
Der Lloyd im Walchensee hat es Peter angetan. Begeistert schiesst er ein Foto nach dem anderen. Seine Umwelt nimmt er erst wieder wahr, als ihn sein Buddy Tom an der Flosse zupft und ihm anzeigt, dass die Nullzeit fast abgelaufen ist.
Als Peter auf sein Fini schaut, erschrickt er. Er hat durch seine vielen Positionswechsel viel zu viel Luft verbraucht.Nur noch 60 Bar für den Aufstieg aus 40m. Zum Glück hat Tom noch fast hundert Bar in seiner Flasche.
Luftmangel wird praktisch nie durch ein defektes Finimeter hervorgerufen und nur selten durch den Ausfall andere Equipmentteile, wie durch einen defekten Automaten. Er entsteht fast immer durch Unachtsamkeit. Gerade unerfahrene Taucher unterschätzen, wie viel Luft sie in der Tiefe benötigen und vergessen in kurzen Abständen ihr Finimeter zu überprüfen.
Aber auch bei erfahrenen Tauchern kann es zu Luftmangel kommen, sei es durch Ablenkung, wie durch Fotografieren, oder weil man den Tauchgang falsch geplant hat und beispielsweise zu lange in der Tiefe bei einem Wrack geblieben ist. Gepaart mit möglichen Dekoverpflichtungen kann dies unter Umständen fatale Folgen nach sich ziehen.
Lösungsansätze akut:
- Ganz wichtig: Ruhe bewahren – eine überstürzte Reaktion, wie ein schneller Aufstieg, kann schlimme Folgen nach sich ziehen.
- Überlegen, ob die verbleibende Luft noch reicht, um sicher die Oberfläche zu erreichen.
- Dem Partner das Problem mitteilen, den Aufstieg einleiten und bei 40 Bar auf den Zweitautomaten des Partners wechseln. Es ist gut, noch etwas Reserve in der Flasche zu haben, wenn sich die Taucher auf den letzten Metern trennen müssen, um beispielsweise bei starkem Wellengang die Leiter eines Tauchbootes anzutauchen.
- Bei akutem Luftmangel trotzdem so ruhig wie möglich dem Buddy das Zeichen für Luftmangel geben und sich seinen Zweitautomaten geben lassen.
Lösungsansätze vorbeugend:
- Tauchgang genau planen und den benötigten Luftvorrat berechnen. Dabei keine Sparatmung zu Grunde legen, sondern großzügig kalkulieren um entsprechende Reserven zu haben.
- Während des Tauchgangs den Plan einhalten und regelmäßig das Finimeter überprüfen. Auch ruhig immer mal wieder den Luftverbrauch des Buddys im Auge behalten.
- Beim Tauchgang darauf achten, ob durch irgendeinen Defekt am Equipment Luft entweicht. Ein hinter dem Taucher hergezogener leicht abblasender Oktopus kann schnell die Luft verringern.
Training für den Ernstfall:
Den Sicherheitsstopp sollte man mit seinem Buddy bei jedem Tauchgang nutzen, das Notfallmanagement für abblasende Automaten zu proben. Eine Übung aus dem Tech-Bereich, von der auch Sporttaucher sehr profitieren können ist das Schließen der eigenen Ventile. Hauptautomat mit Zweitautomat wechseln, dann mit der einen Hand gegebenenfalls die Flasche etwas höher positionieren und mit der anderen hinter den Kopf greifen und das entsprechende Ventil schließen. Dann wieder öffnen, Automaten wechseln und das zweite Ventil schließen. Dies kann man auch als Partnerübung praktizieren - nicht nur wenn man an die eigenen Ventile nicht herankommt. Neben der eigentlichen Übung, beim Buddy möglichst schnell das richtige Ventil zu schließen, kann man hier auch die Kommunikation im Notfall üben. Auch wenn man in unseren Regionen nur mit zwei getrennten Systemen unterwegs sein sollte - auch das regelmäßige Üben der Wechselatmung hilft bei der mentalen Vorbereitung auf den Ernstfall. Denn je mehr Optionen man zur Verfügung hat, desto mehr Gelassenheit hat man im Falle eines Automatenproblems.