Häufige Probleme und wie man sie am besten löst
Abgetrieben auf See
Die Strömung in der Manta Ray Bay ist beträchtlich. Wie ein Laufband zieht sie uns mit großer Geschwindigkeit mit.
Als wir endlich auftauchen, erkennen wir, dass wir einige hundert Meter von der Bucht entfernt sind und aufs Meer hinaus treiben. Unser Tagesboot ist in großer Entfernung durch die Wellen gerade noch zu erkennen. Zum Glück habe ich meine Stabboje dabei. Die Erleichterung ist meinem Buddy anzusehen, als das Geräusch eines Dinghy-Außenborders lauter wird.
Der Albtraum jedes Tauchers – abgetrieben und eine Rettung nicht in Sicht! Glücklicherweise kommen extreme Fälle, wie der im Juni 2008, als eine Tauchgruppe bei Flores, Indonesien, erst nach 36 Stunden gefunden wurde, nicht so häufig vor. Trotzdem erleben jedes Jahr weltweit einige Taucher diese Situation und durchleiden manch bange Minute oder gar Stunde.
Lösungsansätze akut:
- Besonders hier gilt: Ruhe bewahren. Panik oder hektisches Herummanövrieren vergeudet Energie und spült frisches Wasser in die Anzüge, was die Auskühlung beschleunigt.
- Die Jackets so aufpumpen, dass man bequem auf dem Rücken liegen kann. Das erhöht auch die Chance aus der Luft gesehen zu werden.
- Gleichzeitig ist es wichtig, dass die ganze Gruppe zusammenbleibt. Die Taucher aus Flores verbanden ihre Jackets miteinander, um nicht auseinander zu treiben.
- Es ist praktisch aussichtslos gegen Strömungen anzuschwimmen. Daher sollte man seine Kräfte schonen, sich treiben lassen und nur dann schwimmen, wenn eine realistische Chance besteht, Land zu erreichen.
- Stabbojen aufblasen und horizontal aufrichten, um von Booten gesehen zu werden. Wenn vorhanden Ortungssender einschalten. Andere unterstützende Maßnahmen (Lampen in der Nacht, Leuchtraketen) nur einsetzen, wenn auch Rettung in der Nähe ist, um diese zu bemerken.
Lösungsansätze vorbeugend:
- Vor dem Tauchgang unbedingt Informationen über die Strömungsverhältnisse einholen. Bei kritischen Bedingungen lieber den Tauchgang abblasen.
- Ist die Strömung unter Wasser deutlich stärker als angenommen und besteht Gefahr, dass sie die Taucher ins offene Meer treibt, Tauchgang ggf. abbrechen.
- Tauchpraktiken vermeiden, die ein Abtreiben fördern, wie ein freier Aufstieg mit treibender Dekompression, sofern dies nicht im Vorfeld abgesprochen wurde und Boote bereitstehen, um den treibenden Tauchern zu folgen.
- Nach Möglichkeit mit Ortungssystemen wie ENOS oder Nautilus Lifeline tauchen, die zwar das Abtreiben nicht verhindern, aber das Suchen erleichtern.