Die Risikoanalyse bei der Tauchgangsplanung
Einführung & Terminologie
Im vorangegangenen Artikel habe ich die Idee des Incident Pits erläutert, mit dessen Hilfe man Tauchunfälle analysieren kann. Diese anschließende Analyse kann sehr hilfreich sein, im Zentrum unserer Bemühungen sollte jedoch die Vermeidung von Unfällen stehen. Ein Hilfsmittel dazu ist die Risiko-Analyse bei der Planung von Tauchgängen.
Auch hier stütze ich mich wieder auf Ideen, die in Großbritannien entwickelt wurden. Dort sind alle Arbeitstaucher, aufgrund der Verordnung "Diving at Work Regulations" (1997) von der Health and Safety Executive (HSE), verpflichtet, vor einem Arbeitstauchgang eine Risikoeinschätzung durchzuführen. Da auch (unbezahlte Vereins-)Tauchausbilder und Ausrichter von Clubausfahrten unter diese Verordnung fallen, betrifft dies auch den Sporttauchbereich. Aber es handelt sich nicht nur um eine bürokratische Anforderung, die Tauchern mal wieder das Leben schwer macht, sondern kann im Rahmen eines Tauchplans gerade bei anspruchsvolleren Tauchgängen helfen, Unfälle zu vermeiden.
Ehe ich auf den Ablauf einer solchen Risikoanalyse eingehe, möchte ich die verwendete Terminologie kurz erläutern:
- Gefahr(enpunkt): Etwas, das potentiell gefährlich sein könnte
- Risiko: Die Wahrscheinlichkeit, dass etwas geschehen kann, das negative Auswirkungen auf uns hat, d.h. dass jemand oder etwas durch den Gefahrenpunkt verletzt wird
- Risikoanalyse: Verarbeitung der vorhandenen Information, um herauszufinden, welche Gefahren und Risiken bei einem Tauchgang vorliegen.
- Risikoeinschätzung: Evaluierung der in der Risikoanalyse gefundenen Gefahren und Risiken und ihre Bewertung
- Risiko Management Plan: Erstellung eines Konzepts, um das potentielle Risiko eines Tauchgangs zu minimieren
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