boot 2007

Der dritte Weg

Schatztauchen oder wissenschaftliche Untersuchung – dass dies nicht immer im Widerspruch stehen muss, beweist Arqueonautics Subaquática, S.A., das diesjährige Thema des Standes von Bauer Kompressoren.

Obwohl diese Organisation einen kommerziellen Hintergrund hat, gehen sie an UW-Ausgrabungen mit einem wissenschaftlichen Anspruch heran. Die von ihnen untersuchten Wracks werden von den eigenen Archäologen akribisch vermessen, kartographiert und ausgewertet.

Einzelfundstücke wandern automatisch in die Museen der jeweiligen Ausgrabungsstätten. Bei Mehrfachexemplaren wird diesen das beste Exemplar zur Verfügung gestellt. Die anderen werden nach der wissenschaftlichen Erfassung und Katalogisierung zur Finanzierung der Expeditionen und um dem Investorenanspruch gerecht zu werden, verkauft.


Das Arqueonautics Subaquática Team

Interessant sind Arqueonautics Subaquática, S.A. auch aus den Blickwinkeln Tourismus und Sporttauchen. Niki Graf Sandizell, CEO des Unternehmens, erläutert den besonderen Ansatz: "Was wir jetzt vorhaben ist nicht nur für uns neu, sondern auch für Sporttaucher. Vor einem Jahr kam IFIS auf uns zu und fragte uns, ob wir Interesse hätten in Kooperation mit ihnen Sporttaucher zu unserer Ausgrabung in Mosambik zu nehmen, um ihnen einen Eindruck von der Arbeit der Unterwasserarchäologie zu geben. Wir hatten gleich aus mehreren Gründen Interesse!"

Zuallererst möchte Arqueonautics Subaquática das Bewusstsein von Tauchern dafür schärfen, dass ein Wrack eine historische und kulturelle Zeitkapsel ist. Man sollte sich daher nicht einfach die Taschen mit Souvenirs füllen. "Wenn man etwas mitnimmt, entfernt man ein Stück Geschichte," so Graf Sandizell. Der erste Versuch dieser Art wird bei der Ausgrabung in Mosambik, einer extrem armen Insel vor Afrika stattfinden. Diese Armut ist der zweite Grund, nämlich etwas Tourismus in diese Region zu bringen. "Vielleicht können wir durch die Etablierung einer Tauchszene Mosambik helfen, den gesamten Bereich Tourismus zu entwickeln," hofft Graf Sandizell. Der dritte Grund ist, dass die Taucher durch ihren Besuch auch etwas helfen würden, die Expedition zu finanzieren.

"Insgesamt ist es eine echte Win-Win Situation für alle Beteiligten. Die Regierungvon Mosambik war zuerst skeptisch, weil sie befürchtete, dass wir den Leuten nur zeigen, wo Artefakte zu holen sind." Durch ihren wissenschaftlichen Anspruch und ihre Bemühungen das Bewusstsein zu wecken und das Tauchverhalten in dieser Hinsicht positiv zu beeinflussen, konnte die Organisation diese Zweifel zerstreuen.

Offen ist noch wie das Angebot eines echten Abenteuerurlaubs mit wissenschaftlichem Hintergrund von Tauchern angenommen wird.

Nachtrag

Wer mehr zu dem Thema wissen wollte, konnte dies am Sonntag 28.01.07, um 13.00 Uhr am Taucher.Net Stand machen. Taucher.Net lud relativ spontan zum Vortrag von Niki Graf Sandizell und dem Archäologen Lic. Alejandro Mirabel. Die äußerst interessante Präsentation ging über die Arbeitsweise des Teams und verschiedene von ihnen untersuchte Wracks. Leider lockte sie nur wenige Zuhörer, so dass das TN-Team fast einen Privatvortrag erhielt.

Mehr Informationen unter: www.arq.de & www.ifis.li



              
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Außer wenn gesondert angegeben: Texte und Photos & Illustrationen © 1999 - 2012 Andreas Nowotny

Letzte Änderung 19-Jan-11 12:38