TNT VII - Ostsee
Samstag 03.05.
Holzwrack Saja

Schlechte Nachricht zum Frühstück - das Wetter hatte sich über Nacht noch mal verschlechtert, so dass die Crew beschlossen hatte, in der Nähe von Rügen zu bleiben und dort ein kleines Wrack anzusteuern. Bei dem Wrack handelt es sich um ein ca. 20m langes Holzschiff aus dem späten 19.Jahrhundert. Nach den ersten Tauchern an dem Wrack, Sarah & Jan, wurde das Schiff Saja genannt.
<Nachdem die Greifswalder Tauchercrew die Boje neben das Wrack im Sand positioniert begann das Briefing. Besonders hervorgehoben wurde natürlich die Fragilität des Schiffes und damit verbunden die Vorsicht, die wir beim Betauchen an den Tag legen mussten. Der zweite Teil betraf den Tauchgang selber - Sicht mäßig, hoher Wellengang und starke Strömung. Es wurde deutlich gemacht, dass dieser TG trotz der geringen Tiefe des Wracks sehr anspruchsvoll war. Dies nahmen sich einige der Nicht-Tekkies zu Herzen und beschlossen diesen Tauchgang nicht mitzumachen. Die Tekkies wollten auch nicht - zu flach und als Wrack nicht interessant genug. Aus den restlichen Tauchern stellten sich wieder Teams zusammen. Christoph und ich (Jessica beschloss aus Rücksicht auf ihre gerade verheilten Bänder auf den TG zu verzichten) schlossen uns mit Heiko (Don Mojoto) und Till zusammen - nach dem Motte: Wenn schon abtreiben, dann möglichst als Gruppe!

Das Wrack selber war tatsächlich nicht gerade spektakulär. Trotzdem war es sehr interessant (und durch die starke Strömung sehr anstrengend), denn auf Grund der langen Grundzeit hatten wir genügend Muße, das kleine Schiff von allen Blickwinkeln zu beobachten und uns auch den dort Unterschlupf suchenden Dorschen zu widmen. Unsere Gruppe ging als letzte hoch - wie vereinbart noch in der Nullzeit, denn keiner von uns hatte in der Strömung Lust auf Deko - es reichten schon die 3 Minuten Sicherheitsstopp. Immerhin konnte ich die Zeit nutzen, um Bojenschießen zu üben. An der Wasseroberfläche angekommen mussten wir noch zur Artur Becker schnorcheln, was wegen des hohen Wellengangs und der Strömung gar nicht so einfach war. Auch über die Leiter an Bord zu kommen entpuppte sich als größere Herausforderung.
Grillen im Sturm

Während des TG hatte sich das Wetter noch einmal verschlechtert, so dass an einen zweiten TG nicht zu denken war. Sobald wir an Bord waren, wurde die Boje eingeholt und die Artur Becker machte sich auf den Weg zurück zur geschützten Arkona Bucht. Trotz des starken Windes und der hohen Wellen, die sich auch immer wieder über dem Deck brachen, lag das Schiff erstaunlich ruhig im Wasser.

Als die Artur Becker vor Anker lag und es langsam Abend wurde, kam das eigentliche Highlight des Tages: Grillen an Deck bei Windstärke 8 mit Böen bis WS 10! Von windgeschütztem Ankerplatz konnte nicht wirklich die Rede sein, trotzdem schaffte es die Crew einen großen Grill zu befeuern und schon bald wehten die Böhen den leckeren Geruch von gegrilltem Tier (wahlweise in Form von Steaks oder Würstchen) in alle Winkel des Schiffes und lockte die meisten Taucher (eingehüllt in warme Kleidung und Windjacken) an Deck. In der 2. Kajüte fanden einige heraus, wie man an Fleisch kommen konnte, ohne zu frieren - man benutzt die Notausstiegsluke, die praktischerweise direkt vor dem Grill war, als Fleisch-auf-den-Teller-legen-lass-Luke! Für die harten Taucher aber war die Party im Wind (mit teilweise etwas Regen) ein Heidenspaß.

Irgendwann war auch der größte Hunger gestillt und die Party verlagerte sich in die Bar, wo der letzte gemeinsame Abend von allen entsprechend zünftigbegangen wurde. Werner, der sich schon früher während der Fahrt durch die freigiebige Ausgabe von österreichschen Leckerli, wie Schinkenspeck, Käse und allerlei Schnäppsen große Sympathien erworben hatte, hatte für diesen Abend noch etwas Wein aus seiner Heimat auf Lager. Die Feierlichkeiten endeten in dem inzwischen legendären Brötchentanz von Heiko, ein Tanz, der der Phantasie keine Spielräume mehr ließ!Schade, dass es schon der letzte Abend war, denn wieder einmal hat sich gezeigt, dass Taucher.nettreffen ein riesiger Spaß sind.