TNT VII - Salzkammergut

Freitag 04.10. - Traunsee

Mit dem Boot auf den Traunsee
Mit dem Boot auf den Traunsee

Für den zweiten Tag war laut Programm eine Ganztagestour zum Traunsee vorgesehen. Harry hatte zwei Bootstauchgänge mit der Tauchschule Traunsee organisiert und dazwischen Mittagessen im Wirtshaus Karbach.

Obwohl wir recht früh am Traunsee ankamen, stießen wir auch hier wieder auf ein verschärftes Parkproblem, das am schlimmsten unsere zwei Camper traf, die mit ihrem Campervan in den engen Straßen doch ehr ein paar Probleme hatten.

Steilwandtauchen mit Hindernissen

Harry teilte drei Gruppen ein, die an drei unterschiedliche Tauchplätze mit dem Boot gefahren wurden. Zur Auswahl standen Steilwand 1 (nicht ganz so tief) Steilwand 2 (geht schon ein richtiges Stück runter) und Steilwand 3 (bis ca. 140 m). Da es die erste Steilwand für meinen Buddy Thomas war, beschlossen wir zur ersten Wand zu fahren. Da wir zwischen den zwei Tauchgängen nicht wieder zurück zur Basis kommen würden, rödelten wir nicht nur unsere Tauchausrüstung an, sondern packten auch trockene Sachen in eine Trockenkiste für die Mittagszeit. Als wir mit dem Boot zum Tauchplatz fuhren sah ich mit Bedenken zum Himmel: Das schöne Wetter des Vortages war verschwunden, dunkle Wolken umhüllten dramatisch die Berge, nur ab und zu war ein einzelner Sonnenstrahl zu sehen. Einzelne Regentropfen ließen uns befürchten, dass die Trockenkiste bis zu unserem Auftauchen eine Nasskiste sein könnte.

Traunseeimpression
Der Traunsee im Nebel

Obwohl der Fahrer des Bootes noch meinte, wir sollten als Viererteam tauchen, beschlossen wir in zwei unabhängigen Buddyteams zu tauchen. Mir erschien die Gefahr zu groß, dass man sich bei der trüben Sicht sonst verlieren könnte. Ich tauchte mit meinem Buddy ab und es war schnell klar, dass die versprochenen Sichtweiten von 15 - 20m eher nicht da waren. Schon bei 5m Tiefe schalteten wir die Lampen ein, bei 10m war es stockfinster und als sich bei 18m die Sicht auf wenige Zentimeter verschlechtert hatte, beschloss ich mit meinem Buddy wieder in flachere Gewässer vorzustoßen, da bei dieser Sicht ein weiteres Abtauchen nicht nur sinnlos sondern unter Umständen auch gefährlich hätte sein können.

Wir waren gerade wieder ein paar Meter höher getaucht, als wir auf einmal einen der beiden anderen Taucher sahen - ohne Lampe und ohne Buddy. Auf die Frage wo denn sein Buddy sei, zuckte er nur mit den Schultern. Ich beschloss daher komplett auszutauchen und teilte ihm mit, dass wir alle zusammen an die Oberfläche tauchen würden. Während wir stiegen, überlegte ich mir schon einmal die Rettungskette und war sehr froh zu wissen, dass in der Trockenkiste auch ein Handy lag. Unser dritter Mann erhöhte auf den letzten sieben Metern drastisch seine Aufstiegsgeschwindigkeit, so dass wir ihn aus den Augen verloren - dafür fanden wir dann auf vier Metern seinen Buddy - auch ohne Lampe. An der Wasseroberfläche wurde dann erst einmal über den Sinn und Zweck der Mitnahme von Lampen in Bergseen diskutiert. Mein Buddy und ich tauchten dann noch einmal ab und tümpelten bei weiterhin schlechter Sicht noch etwas im Flachbereich vor uns hin. Kaum dass wir aus dem Wasser waren kam schon das Boot, um uns zur Halbinsel Karbach zu bringen.

Essensmäßig Schwein gehabt!

Schweinereien!
Der beste Schweinebraten überhaupt!

Dort angekommen rödelten wir ab und zogen die glücklicherweise trocken gebliebenen Klamotten an. Das Boot legte noch zweimal an - auch bei den anderen beiden Gruppen lange Gesichter, die Sicht war durchgehend schlecht am Ostufer. Umgezogen gingen wir alle zum Wirtshaus von Karbach. Da es nicht von der Straße aus erreichbar ist, war das schlechte Wetter zu unserem Vorteil, denn wir hatten es ganz für uns allein. Nach erstem Ausgleichen des Flüssigkeitsverlustes saßen wir dann alle in einer kleinen gemütlichen Kammer. Draußen waren die Berge nebelverhangen und es nieselte, aber in der Kammer heizte uns ein schöner Kachelofen ein. Kaum saßen wir alle, kam der Wirt, öffnete eine Tür des Kachelofens und zog einen riesigen dampfenden Schweinebraten heraus. Damit verschwand er leider erst einmal in die Küche, um kurze Zeit später mit großen Pfannen, gefüllt mit Kartoffeln, Knödeln und Süßkraut und Brettern mit dem Schweinebraten zu unserem Tisch zu bringen. Erst einmal waren alle sprachlos ob des Festmahls, dann weil sie den Mund voll hatten. Am Tisch gab es keinen, der nicht der Meinung war, dass es der beste Schweinebraten seit sehr langer Zeit war. Als dann der Wirt auch noch Nachschub brachte und sagte, es gäbe mehr als genug für alle, dachten manche, sie seien direkt in den Himmel aufgestiegen.

Easy Fun Dive in Traunkirchen

Abblasender Automat
Neues UW-Zeichen: Abblasender Automat

Nach diesem Festmahl machte sich wieder allgemeine Schläfrigkeit breit und wir diskutierten, wo wir den zweiten Tauchgang machen sollten. Da die allgemeine Stimmung gegen weitere Nullsichttauchgänge an den Steilwände war, beschlossen wir nach Traunkirchen zurückzufahren und direkt von der Tauchschule Traunstein aus zu tauchen. Dies stellte sich als hervorragende Idee heraus, denn im Gegensatz zum Ostufer war die Sicht ziemlich gut und es gab einiges zu sehen, so dass die TNT-Teilnehmer mit dem Traunsee wieder versöhnt waren. Beim Abendessen (wieder Reinanke) waren wir dann fast komplett, als TNT-Veteranin Jessica zu uns stieß. Damit waren wir (bis auf ein paar Tagesgäste) vollzählig. Kein TNT-Abendessen ohne Tauchergeschichten und diesmal führte eine der Geschichten zur Etablierung des neuen Tauchzeichens für abblasenden Automat!



              
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Außer wenn gesondert angegeben: Texte und Photos & Illustrationen © 1999 - 2012 Andreas Nowotny

Letzte Änderung 15-Jun-10 22:52