TNT VII - Salzkammergut
Samstag 05.10. Gosausee & Grundlsee
Gosausee - Sichtweiten wie im Märchen

Nach einem langen Abendessen und Gesprächen bis tief in die Nacht, kam der Erholungsschlaf etwas zu kurz. Ich sah verschlafen aus dem Fenster und wurde von Sonne geblendet. Es versprach ein schöner Tag zu werden und Harry hatte ein ganz besonderes Highlight auf dem Programm, den Gosausee, mit angeblich fantastischen Sichtweiten. Das hatten wir ja schon über den Traunsee gehört und waren deswegen etwas skeptisch. Gleich nach dem Frühstück fuhren wir los, waren allerdings wieder nicht früh genug da, um einen der wenigen legalen nahen Parkplätze am See zu bekommen. Kreatives Parken und ein kurzer Marsch bergauf war die Lösung. Oben angekommen wurden wir für den Schweiß durch ein fantastisches Panorama belohnt. Der Vordere Gosausee glitzerte im Sonnenlicht, dahinter erhob sich majestätisch das Dachsteinmassiv.
Zwischen guter Sicht und Einstieg lag allerdings noch ein kleiner weiterer Fußmarsch. Endlich im See stellten wir fest, dass Harry nicht übertrieben hatte - das Wasser war glasklar, die Sicht betrug über 30m. Ein gigantischer Tauchgang. Ich bildete mit Jessica und Thomas ein Dreierteam und wir schwammen über dem Geröllboden. Es gab zwar keine Fische zu beobachten, dafür die anderen Taucher, die durch das klare Wasser schwebten. Uns war klar, dass dieser See von der Sicht her wahrscheinlich nicht zu überbieten war. Nach einem Erinnerungsphoto ging es zu unserem nächsten Ziel: Gössl am Grundlsee.
Gössl am Grundlsee.

Die Fahrt dahin führte quer durchs Salzkammergut und war wunderschön. Bei strahlendem Sonnenschein fuhr die Tauchernetkolonne durchs herbstliche Gebirge, an glitzernden Seen vorbei durch idyllische Ortschaften. Es war wie ein 3D Werbefilm zum Thema "Besuchen Sie Österreich". Am Grundlsee angekommen ließen wir erst die Flaschen füllen und dann unsere Mägen. Anschließend teilten sich die Gruppen. Eine Gruppe wanderte mit Harry und Dagmar zum geheimnisumwitterten Toplitzsse, eine Gruppe um die beiden Ulis grundelten beim "Rostigen Anker" auf Suche nach alten Flaschen, die andern gingen zum Tauchen in die Gössler Bucht.
Jessica und ich beschlossen in der Bucht einen etwas tieferen Tauchgang zu machen. Wie wichtig Planung gerade bei tieferen Tauchgängen ist, stellten Jessica und ich fest, als wir ihn auf 15m abbrechen mussten - aus Ermangelung an Tiefe! Stattdessen tauchten wir zu einer kleinen Felsnadel, auf der sich eine Kuppel befindet, die angeblich bis zu 5 Tauchern Platz bietet. Der Felsen selbst war mit allerlei Krimskrams verziert vom Fernsehvorderteil bis zu Haifischabwehrflosse.
Weizentest & Mostbauer

Für unseren letzten Abend hatte Harry noch etwas Besonderes organisiert: Jause mit frischem Most. Vorher stand aber noch ein internationaler Weißbiervergleich an, gesponsert von Wrack-Uli, der entsprechend zünftig in der Krachledernen zum Test erschien - wie auch Markus und Thomas.

Gut vorgeölt wurden wir dann vom Taxi zum Mostbauer in Steinbach gefahren. Dort gab es neben allerlei kaltem Fleisch hauptsächlich besagten Most in Apfel- oder Birnenausführung. Schmeckte sehr lecker, fast gar nicht alkoholisch und wirkte mit Verspätung aber dafür umso mächtiger. Kein Wunder, dass die Stimmung ausgezeichnet war. Wieder einmal hat sich gezeigt, dass Tauchernettreffen ein riesiger Spaß sind.
Das Weyregger Oktoberfest
Um 23.00 Uhr stand das Taxi wieder vor der Tür, um uns wieder in die Pension zu bringen, Harry hatte aber noch eine weitere Attraktion für uns in petto: Das Weyregger Oktoberfest der freiwilligen Feuerwehr. Was für a Gaudi! Zuerst eine detaillierte Besichtigung eines Löschwagens - im Dunkeln ("Das sind unsere neuen x-23b Schläuche mit eingebautem Strahlkrümmer" - "Ach!"), dann das Oktoberfest an sich. Die TNT Teilnehmer fielen dadurch auf, dass sie die einzigen Anwesenden über 25 waren, die nicht in Tracht erschienen. Trotz eines gewissen Gefühls des deplatziert seins, beschlossen wir auf ein Bier zu bleiben und wurden durch einen Schuhplattler mit anschließendem Holzfällersong belohnt. Bei letzterem flogen im wahrsten Sinne die Späne und ich bin immer noch überrascht, dass es bei diesem Lied mit seiner Kombination von hohem Blutalkoholspiegel und scharfen Äxten keine Verletzten gab.