TNT IV - Schluchsee

Samstag 26.5.

1. Tauchgang - alte Staumauer


Ja ja, Jessica - aller Einstieg ist schwer!

Nachdem ich mir die DIR-Ausrüstung von Thomas und Jan näher angeschaut hatte, rödelte ich mein Zeug zusammen und machte mich für den ersten TG bereit. Durch die große Anzahl an Teilnehmern wurde beschlossen, zweiverschiedene Tauchplätze anzusteuern, die einen fuhren zur Schweinebucht, der Rest zur alten Staumauer. Die Tauchbasis hat ein Boot für bis zu 10 Taucher (bzw. 1 1/2 unserer Teckis ;-) so dass man bequem zum Tauchplatz hinkommt und sich dann einfach in's Wasser reinplumpsen lässt. Das Rauskommen ist allerdings eine andere (akrobatische) Geschichte! Die alte Staumauer (Mauerkrone zur Zeit auf 19m) ist wunderbar erhalten, mit Resten eines alten Stellwerks, dazugehörenden Holzkäfig und auf der anderen Seite einem Torbogen. Auf der Seite des DIWA Tauchclub Südschwarzwald sah man früher Bilder der Mauer, als der See in den 80er Jahren abgelassen wurde. Leider habe ich diese nicht mehr dort gefunden.


Gelb, gelb, gelb sind alle meine Kleider!

Da das Wasser extrem dunkel war, wurde für uns eine Boje mit Blinker kurz über dem Käfig gesetzt, damit wir beim Abstieg nicht ungespitzt in den Torf einschlagen. Trotzdem gestaltete sich der Anfang des TG ziemlich schwierig, da unten angekommen jeder im Dunkeln erst einmal seine Buddies suchte, eine Aktion die zu heftigem Torfaufgewühle führte. Ich war ganz froh über meinen gelben Anzug, der mich zumindest für meine Teamführerin Jessica und meinen Buddy Frank etwas sichtbarer war. Nachdem es im Käfig abging wie bei einer Haifischfütterung, beschloss Jessica erst einmal zum Torbogen zu tauchen, in der Hoffnung auf bessere Sicht wegen weniger Tauchern. Darus wurde leider nicht viel, da wir für den Rest des Tauchgangs immer wieder auf eine Gruppe Wühlmäuse stießen, die einem nicht nur die Sicht nahmen, sondern bei Gelegenheit auch noch die Flosse über's Gesicht klatschten.

Und dann passierte der Fastunfall:
Ich wollte ein Photo machen, aber irgendwie hatte sich meine Kamera verdrillt und als ich sie endlich frei hatte, merkte ich, dass meine Umgebung auf einmal hell gelb anstatt stockfinster war. Ein Blick auf meinen Tiefenmesser sagte mir dass ich mich statt auf 20m inzwischen auf 10m befand - Tendenz steigend.


Manni hilft beim Einstieg

Ein weiterer Blick zeigte mir 9m und es wurde Zeit entsprechende Anti-Durchschießmaßnahmen einzuleiten. Also erst mal Trockiventil auf - oops hilft nicht so viel. 8m! Also Jacketnotablass, in die Hocke, Halsmanschette auf, alle Luft raus - 7m - 7,5m - 8m! Aufsteig abgefangen. Jetzt aber wieder runter. Auf 10m dann plötzlich ein Ruckeln und das Gefühl festzuhängen. Bis jetzt war ich sehr ruhig gewesen, aber das hat mir dann doch einen gehörigen Schreck versetzt. Ich war dann sehr erleichtert Jessicas Gesicht über meine Flasche linsen zu sehen. Sie hatte alle Luft aus ihrem Anzug und Jacket gelassen und sich an mich gehängt, um den Aufstieg zumindest abzubremsen. 10/10 Punkte für guter Buddy sein!

Warum schildere ich das Ganze so ausführlich? Ich denke man sollte sich immer klarmachen, dass es aus kleinen Anlässen (nicht 100%ig sauber tariert + abgelenkt) zu saublöden Situationen kommen kann, auch wenn man ein gewisses Maß an Erfahrung hat und glaubt, eigentlich ganz gut tauchen zu können. Es war auf jeden Fall einmal eine heilsame Lektion, die glimpflich abgelaufen ist. Dass es an diesem Wochenenden zu insgesamt drei solchen (wiederum glimpflich abgelaufenen) Vorfällen kam, sollte auf jeden Fall zu denken geben.



              
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Außer wenn gesondert angegeben: Texte und Photos & Illustrationen © 1999 - 2012 Andreas Nowotny

Letzte Änderung 13-Jun-10 15:08