Ist die Arbeit denn das Vergnügen?
Hört sich bis jetzt alles ganz toll an? Ist es auch! Darüber darf man aber nicht vergessen, dass die freiwilligen Helfer eine wichtige Rolle im täglichen Betrieb des Aquariums spielen. "Von unseren Ehrenamtlichen wird erwartet, dass sie mindestens einmal monatlich 4-5 Stunden dem Aquarium widmen," erklärt Jen Rehberger, "obwohl die meisten Taucher mehr Zeit investieren."
Ein typischer Tag?
Nachdem sich die Ehrenamtliche zu Arbeitsbeginn an einem Computer mit ihrem persönlichen Code einchecken, können sie am Nachrichtenbrett nachsehen, was es für allgemeine Nachrichten gibt und ob es an diesem Tag Besonderheiten gibt, die erledigt oder beachtet werden müssen. "Obwohl es natürlich viele Routinearbeiten gibt, gibt es nicht wirklich den typischen Tag mit immer gleichen Arbeiten, unsere Helfer machen das, was gerade anfällt." Ein typischer und regelmäßig zu erledigender Job ist die Herstellung des Fischfutters. So attraktiv sich die Tätigkeit eines "Wet Volunteers" anhört, in diesem Fall besteht sie u.a. aus dem Zerkleinern von Fischköpfen. Im Zubreitungsraum liegen für jedes der Einzelaquarien die Anweisungen aus, die bestimmen wie viel Futter welcher Art hergestellt werden muss. Nach getaner Arbeit wird das Futter bis zur Verwendung in einem Kühlraum zwischengelagert. Aber auch das eigentliche Füttern der Fische wird von den Helfern erledigt.
Neben Füttern ist Reinigen eine der Hauptaufgaben. Wer zu Hause ein kleines Aquarium hat, kann sich vorstellen, wie viel Mühe notwendig ist, um die vielen Tanks unterschiedlichster Größe in sauberem Zustand zu halten. Pflanzen zu säubern, die Plexiglastunnel perfekt durchsichtig zu halten und den Böden zu staubsaugen, bzw. zu hydro-reinigen, sind daher regelmäßige Tätigkeiten für die Helfer. Dabei umfasst der Zuständigkeitsbereich die Hai-, Korallenriff-, Kelpwälder- und Amazonasbecken.
Arbeit, Sport und Spiel
Neben diesen eher manuellen Tätigkeiten gibt es auch noch den Bereich Edutainment. Die Taucher sollen die Besucher unterhalten und ihnen Wissen über die Tier- und Pflanzenwelt vermitteln. Dies geschieht zum größten Teil durch die in der Einleitung angesprochene Tauchshow. In einem Kinosaal nehmen die Zuschauer Platz und eine Moderatorin erklärt ihnen die Taucherzeichensprache und bringt ihnen das große OK Zeichen bei. Dann hebt sich die Kinoleinwand und man hat durch eine riesige Plexiglasscheibe freie Sicht auf das große Haibecken. Im Sand vor der Scheibe kniet ein Taucher mit Vollgesichtsmaske und Mikrophon, dahinter kniet der Sicherungstaucher. Nachdem Taucher und Publikum das OK-Zeichen ausgetauscht haben, erklärt der Taucher kurz, was es alles zu sehen gibt, gefolgt von einer Fragerunde. Während der Taucher die Fragen beantwortet und die Haie gemächlich ihre Runden über den Köpfen der Taucher ziehen, kann es schon mal sein, dass das Publikum (in diesem Fall der Autor des Artikels) Zeuge wird, wie der Sicherungstaucher eine zu aufdringliche Schildkröte abwehren muss! Später, wenn das Publikum im Plexiglastunnel Taucher sieht, tauschen besonders jüngere Kinder begeistert das OK Zeichen mit ihnen aus, und man kann sich vorstellen, dass hier vielleicht der Grundstein für zukünftige Taucherkarrieren gelegt wird.
Um den Zuschauern dieser Shows, die es seit knapp einem Jahr gibt und die mit großem Erfolg bereits an 4 Tagen der Woche laufen, oder auch sonst erschöpfend Rede und Antwort stehen zu können, muss man sich natürlich sehr gut auskennen. Daher ist die Ausbildung nach Absolvieren des Trainingsprogramms nicht abgeschlossen, sondern wird kontinuierlich weiter betrieben. Teil der täglichen Arbeit ist auch eine Beobachtungsstunde. Die Helfer studieren bei jedes Mal detailliert ein anderes Tier, so dass sie sich mit der Zeit ein profundes Wissen über alle Tiere im Aquarium aneignen, das sie dann an die Besucher weitergeben können.
Teil dieses Weiterbildungskonzeptes ist auch das Programm zum Taucheraustausch mit anderen Aquarien. Taucher bekommen dadurch nicht nur die Möglichkeit, auch andere Aquarien in Amerika besser kennen zu lernen, sondern durch einen Einblick in andere Freiwilligenprogramme ihren Horizont und durch kennen lernen andere Fische ihr Wissen zu erweitern.