Brothers Safari 2007
Abschied und Resümee
Als wir Hurghada erreichten bot sich uns das umgekehrte Bild wie bei der Abfahrt: Eine fast unüberschaubare Flotte an Tagesschiffen war auf dem Weg zurück in den Hafen.
Uns wurde beim Anblick der Boote bewusst, wie viel Glück wir hatten, fast eine Woche relativ abgeschieden tauchen zu können. Trotz der sehr welligen Überfahrt hatten sich die Brothers allein schon deswegen gelohnt.
Abschied in Hurghada

Diesmal legte unser Schiff direkt am Kai an, was den Landgang um einiges einfacher machte. Wobei einfach relativ ist, denn eine Woche an Bord hinterließ ihre Spuren - wir hatten alle Probleme uns an den schwankenden Boden Hurghadas zu gewöhnen. Bei mir hielt dieser Zustand fast eine Woche an und verschaffte mir besonders beim Duschen Probleme mit der Balance.
Zurück bei Seawolf Safari wurden wir herzlich von Cici empfangen, die uns mitteilte, sie habe für uns und ein paar andere Taucher der Basis ein Abschiedsessen in der Villa Kunterbunt reserviert. Also hieß es die Ausgehuniform anzulegen und mit abenteuerlichen Taxen im Dunkel das Restaurant anzusteuern. Hier waren wir mitten im Zentrum des Tourismus. Ein von der Außenwelt abgeschirmter Bereich der ägyptischen Künstlichkeit, gepaart mit seltsamen europäischen Versatzstücken, wie eben auch dem angedeuteten Pipi Langstrumpf Thema des Restaurants. Was für ein Unterschied zu unserem ersten Abendessen. Dort authentisches Essen zu authentischen Preisen, hier europäische Preise mit modernem Fusion Food. In diesem Kontext bestand es aus überwiegend gut bürgerlicher deutscher Küche mit arabischen Zutaten - wie Sauerbraten mit Kamelfleisch. Ich wählte eines der halbwegs orientalisch klingenden Gerichte und wurde von sehr zartem Lamm positiv überrascht.

Überhaupt, auch wenn sich das alles sehr negativ anhört, es war ein gelungener Abend. Gelegenheit bei gutem Essen unter Sternenhimmel und einer Bauchtänzerin auf der Bühne die letzten Tage Revue passieren zu lassen und sich mit den anderen Tauchern auszutauschen. Zurück an Bord feierten wir dann auch noch einmal unter uns die Woche und das ausgiebig und lang.
Der nächste Tag war vom Packen und Abschiednehmen geprägt. Cici hatte für uns die Rückfahrt zum Flughafen organisiert und nachdem wir noch die ganzen formalen Dinge erledigt und ein Gruppenfoto geschossen hatten, saßen wir auch schon im Taxi auf dem Weg zum Flieger.

Auch am Flughafen verlief alles ohne Probleme, nachdem Cici die Flüge aller bestätigt hatte und somit für eine von Anfang bis Ende gelungene Organisation gesorgt hatte.
Resümee
Seaflower & Seawolf Safaris

Die Fahrt mit der Seaflower war einfach fantastisch. Alles hat geklappt und war von Seawolf Safaris prima organisiert: Vom Visum im Flughafen, über die herzliche Aufnahme, die Abwicklung der organisatorischen Dinge, bis hin zur Rückbestätigung der Flüge und dem Flughafentransfer. Man hatte die ganze Zeit bei allem was die Basis betraf, das Gefühl rundherum sehr gut betreut und sehr willkommen zu sein. Gut, der Transfer zum Boot am Ankunftstag war etwas problematisch, da unser Zodiac nicht nur nach 50m einen Motorschaden bekam, sondern auch ein Leck hatte. Aber da Cici mit uns im Boot saß, mussten wir auf Rettung nicht lange warten und schon bei der Rückfahrt zum Abendessen an Land gab es keine Probleme.

Dass es mit der Seawolf Soul nicht klappte, war schade aus dem Gesichtspunkt heraus, dass es die Jungfernfahrt gewesen wäre. Aber dafür hatte unsere Gruppe die Seaflower für uns ganz allein. Und vom Komfort her stimmte es auch. Die Kabinen sind sehr klein, aber nachdem wir dort nur zum Schlafen waren, machte das nichts aus. Allerdings muss man fairerweise sagen, dass das Boot bei voller Auslastung wahrscheinlich zu klein ist. Das Tauchdeck war mit uns gut gefüllt, mit mehr wäre es extrem eng geworden. Zwei echte Kritikpunkte gibt es an der Seaflower, unabhängig von der Anzahl der Taucher:
- Am Tag nach der Überfahrt zu den Brothers stank es unter Deck elendiglich nach verschüttetem Diesel. Dieser Zustand hielt einige Tage an und war gerade für die an Seekrankheit Leidenden extrem ungünstig.
- Der Schiffsbauer dachte, es sei eine gute Idee, die Entlüftung des Maschienenraums, bzw. die Auspuffe, direkt an der Einstiegsplattform zu haben. So konnte man beim Flossenanlegen kurz vor dem Tauchgang noch einmal eine Prise Kohlenmonoxyd zu sich nehmen. Da wir die meiste Zeit vor den Brothers vor Anker lagen und die Maschinen zu den Tauchzeiten nicht liefen, traf uns dieses Problem allerdings nicht besonders.
Die Crew war sehr freundlich und unauftdringlich bemüht um uns. Das Schiff wurde die ganze Woche über so geputzt, dass man fast Angst hatte, es zu beschmutzen. Wir hatten auch den kleinen Bruder eines Mannschaftsmitglieds an Bord, der in seinen Schulferien ein "Praktikum" machte. Unser Kapitän war immer zu einem Scherz aufgelegt und zeigte (speziell auch im Vergleich mit anderen Schiffen) sein Können gerade auch bei Anlegemanövern. Und auch kulinarisch gab es nichts auszusetzen, unser Smutje zauberte aus der kleinen Küche jeden Tag Leckeres.

Ein großes Lob geht auch an Mahmoud, unseren Guide. Auf der einen Seite hatte er praktisch nichts zu tun, denn nach dem Check-Tauchgang, bei dem er unsere taucherische Fähigkeiten in Augenschein nahm, ohne uns direkt auf die Pelle zu rücken, musste er den Rest der Woche fast nicht mehr ins Wasser. Er hielt sehr genaue und ausführliche Briefings und bot immer an zu guiden, aber dies wurde fast immer ausgeschlagen. Nur zweimal war er mit uns unterwegs. Bei diesen Tauchgängen beobachtete er wieder sehr genau die Gruppe und wie sie mit einander tauchten. Anschließend ließ er uns bei den Brothers wieder völlig frei gewähren, im Vertrauen, dass wir auf uns aufpassen können und sein Vertrauen auch nicht misstrauen. Ansonsten stand er uns immer mit Rat und Tat und auch als Übersetzer bei Gesprächen mit der Crew zur Verfügung.
Das Tauchen

Gut, ich habe keine direkten Vergleichsmöglichkeiten, da es mein erstes Mal im Roten Meer war. Aber die Tauchspots an den Brothers waren schon etwas ganz Besonderes. Sie schlugen die von mir betauchten Spots in Mexiko um Längen. Die Unterwasserwelt übertraf meine Erwartungen um ein Vielfaches. Anspruchsvoll waren sie, ich würde einem Anfänger nicht zu dieser Tour raten, aber dafür wurde man einfach mit einem Unterwasserleben belohnt, das ich so noch nie gesehen habe.
Das Wichtigste ...
... war aber, dass wir uns alle so gut verstanden. Eine durchaus bunt gemischte Gruppe, die sich vorher nur teilweise im echten Leben kannte, wuchs in dieser Woche zu einer tollen Tauchgemeinschaft zusammen. Ich denke, es sagt einiges aus, dass wie uns alle vorstellen könnten, in dieser Runde noch einmal auf Tour zu gehen.

