Tauchanzüge
Trockentauchanzug: Camaro ArcticProof
TTA C-7-T
Beim Attersee-Event 2006 hatte auch der Anzughersteller Camaro einen Stand. Gelegenheit ihren neuen Trilaminattrocki TTA C-7-T ArcticProof zur Probe zu tauchen.
Ein nasser Trocki ...
... kann einem schon den Tauchspaß vermiesen! Nachdem ich beim Tauchgang an der Schwarzen Wand im Attersee meinen geliebten RoHo-Trocki geflutet und das Problem an der Halsmanschette lokalisiert hatte, kam mir der Gedanke für den zweiten Tauchgang an diesem Spot einen Anzug von Camaro auszuleihen. Nach Gesprächen mit den wirklich freundlichen und hilfsbereiten Mitarbeitern von Camaro beschloss ich den neuen Trilaminatanzug C-7-T zu testen. Glücklicherweise hatten sie auch einen in meiner ungefähren Größe dabei. Nur das Thema Handschuhe gestaltete sich etwas schwierig, da er kein Trockenhandschusystem montiert hatte und meine HT-Handschuhe zu Hause lagen. Da diese aber auch schon sehr kaputt sind, investierte ich kurzentschlossen in ein neues Paar und so stand einem Probetauchen nichts im Weg.
1.Eindruck
Der Anzug ist rot, wirklich rot und stellt sich damit dem derzeitigen Trend zum Tek-Schwarz entgegen. Das Besondere bei diesem Anzug ist jedoch weniger die Farbe, sondern die Tatsache, dass es sich um einen Trocki mit Fronteinstieg handelt. Damit ist der Anzug vom Träger komplett eigenständig zu schließen. Der Reißverschluss befindet sich an einem Stoffüberwurf, der nach Schließen ähnlich einer Schürze um den Torso des Tauchers gelegt und mit zwei bebänderten Clips fixiert wird.
Ansonsten hat er relativ feste Schuhe, verstärkte Kniepartien und am rechten Oberschenkel die übliche Tasche. Das Einlassventil (Normalinflatoranschluss) sitzt in der Mitte des Brustkorbs und ist um 360° drehbar, das Auslassventil befindet sich, wie gewohnt, am linken Oberarm. Die Armmanschetten sind sehr lang, damit man auch mit einem Trockenhandschuhsystem die Möglichkeit hat, zum Schutz noch innen die Manschetten zu haben. Im Inneren des Trockis findet sich zur Steigerung des Tragekomforts ein Hosenträger.
Probetauchen an der Schwarzen Brücke, Attersee
Durch den extrem langen Reißverschluss ist es äußerst bequem, in den Anzug einzusteigen. Als nächstes werden die Hosenträger fixiert. Nun geht es mit den Händen durch die Ärmel und Manschetten. Dies ist nicht ganz so einfach, weil letztere, wie schon oben erwähnt, relativ lang und vor allem sehr eng sind. Für jemand wie mich, der seit Jahren mit manschettenlosen Trockenhandschuhen taucht, ist dies eine größere gefühlsmäßige Umstellung. Die nächste Überaschung verbirgt sich hinter der Latexhalsmanschette, nämlich ein zusätzlicher Neoprenwärmekragen. Was mich beim Anziehen zuerst etwas verwirrte, stellte sich während des Tauchgangs als sinnvolle Vorrichtung heraus, die den Halsbereich wirklich mollig warm hielt. Allerdings empfand ich auch hier die Halsmanschette als sehr eng.
Da das Problem mit meinem eigenen Trocki wahrscheinlich an der zu weiten Manschette liegt, möchte ich jedoch an dieser Stelle nicht meckern.
Der Reißverschluss lässt sich gut selber vor dem Bauch schließen. Anschließend wird diese Anzugsfalte schürzengleich um den Bauch gebunden und mit zwei Clips fixiert. Hier hatte ich allerdings Bedenken, ob sich das nicht als Luftfalle erweist. Fertig angezogen stellte ich fest, dass der Anzug deutlich schwerer und steifer als mein RoHo ist - allerdings nicht wesentlich im Vergleich mit anderen Anzügen, wie den Cortex Trockis von Northern Diver. Insgesamt fühlte ich mich bequem und nicht eingeengt.
Dann ging es ins Wasser. Hier fiel mir als erstes auf, was es für einen Unterschied macht, wenn man ein normales Einlassventil und nicht ein Schnellventil benutzt, wie ich es von meinem Anzug gewohnt bin! Aber nach einem Miniabsacker hatte ich die längere Drückenphase am Einlassventil verinnerlicht und es funktionierte ohne Probleme. Überhaupt funktionierte der Anzug ohne Tadel und das vielleicht größte Kompliment was ich machen kann ist, dass ich mich voll auf die Schönheit des Tauchgangs konzentrierte und fast nie speziell Eindrücke mit dem Anzug sammelte. Was auf jeden Fall nicht eintrat, war meine Befürchtung, dass sich in der Reißverschlussfalte Luftpolster ansammeln könnten. Am Ende beim Austauchen im Flachbereich hatte ich allerdings das Gefühl, dass noch 1,5kg Blei (ich tauchte mit 3kg) als Wohlfühlblei mit diesem Anzug bei leerem Doppelpack nicht verkehrt wären, es ging aber auch problemlos ohne. Wo es auch keine Probleme gab, war bei der Beweglichkeit. Ich konnte meinen Ventildrill (beide Ventile nacheinander zu- und dann wieder aufzudrehen) unterwasser mühelos absolvieren.
Fazit
Erst einmal vorweg: Dies ist kein Test, nicht einmal ein echter Erfahrungsbericht! Ich habe den Anzug lediglich bei einem Tauchgang in einem Gewässer getaucht und habe da die meiste Zeit nicht einmal auf den Anzug geachtet, daher ist dies wirklich nur ein erster Eindruck.
Der Anzug taucht was. Er fühlte sich von Anfang an gut an und ließ sich bei diesem Tauchgang ohne Probleme tauchen. Er hielt mich trocken und damit auch (dank trockenem Unterzieher) sehr warm, behinderte mich nicht beim Tauchen, zwickte nicht und verhielt sich ansonsten unauffällig. Alles in allem war ich sehr zufrieden nach dem Tauchgang.




