Tabuthema Tieftauchen? Ein DiveInside-Artikel erhitzt die Gemüter
Ein DiveInside-Artikel erhitzt die Gemüter
In der aktuellen DiveInside erschien ein Artikel von Thomas Weyer mit dem Titel: "Tieftauchen – aber sicher! Tiefes Tauchen richtig planen".
In diesem sehr ausführlichen Artikel schreibt der Autor fachkundig über ein Art des Tauchens die viele Taucher machen, aber in der nur wenige ausgebildet oder entsprechend erfahren sind. Es ist ein Thema das normalerweise tot geschwiegen wird oder auch mal gerne zum Prahlen vor unerfahreneren Tauchern verwendet wird. In den verschiedenen Diskussionsforen und Newsgroups wirkt es meist komplett polarisierend mit Kontrahenten, die mit Pawlowschen Reflexen auf dieses Thema reagieren.
Eine ernste Auseinandersetzung findet selten statt. Tieftauchen ist eines der Tabuthemen dieser Sportart und viele die, aus welchem Grund auch immer, ab und an mal tiefer tauchen, tun so mit dem Motto "Genieße und schweige", im Wissen, dass sie sich sonst größeren Anfeindungen ausgesetzt sehen. Schließlich ist Tieftauchen "bäh" und sowieso obsolet, warum gibt es schließlich Trimix?
Dies alles lässt sich auch an einer aktuellen Diskussion über den Artikel im Forum Diverses des Taucher.Net nachlesen. Thomas Weyers Beitrag in der DiveInside wird nicht etwa vorgeworfen, dass er fachlich falsch ist oder schlecht geschrieben. Die Vorwürfe sind vielmehr dass er überhaupt diesen Artikel verfasste, Trimix nicht einmal im Ansatz als das besser Tauchgas erwähnte und der Bericht insgesamt eine Anleitung zum Selbstmord darstellt.
Der Kritikpunkt, dass kein einziges Mal Trimix angesprochen wurde ist für mich nicht nachvollziehbar. Warum denn auch, es ist ein Artikel über das tiefere Tauchen mit Luft. Umgekehrt würde ich in einem Artikel über Trimix auch nicht erwarten, dass tiefe Tauchgänge mit Luft angesprochen werden. Für mich besteht zusätzlich ein sehr wichtige Unterschied zwischen solchen Artikeln:
- Es gibt relativ viele Artikel zu Trimix, aber nur relativ wenige tauchen damit
- Es gibt nur sehr wenig gute Artikel zum Tieftauchen mit Luft, aber es wird von vielen praktiziert.
Ob Lufttieftauchgänge jetzt gut oder schlecht sind, sei mal dahingestellt, zumindest bedeuten weniger Artikel zu diesem Thema, dass die Personen die solche Tauchgänge machen häufig schlechter informiert sind, als es für die Durchführung dieser Tauchgänge wichtig wäre. Und genau dieser Artikel, sprich meiner Meinung nach das Thema sehr gut und vor allem ausführlich an. Ich finde ihn daher wirklich gut gelungen.
In keiner Diskussion zu diesem Thema, wie auch in dieser, darf der Satz fehlen, die Zeiten des "Tieftauchens mit Pressluft" sollten endgültig vorbei sein.
Sind sie aber nicht. Dafür gibt es verschiedene Gründe, aber vor Tatsachen (Viele Taucher tauchen mit Luft ab und an mal tiefer) die Augen zu verschließen bringt nichts. Information ist das was zählt und Tauchgänge planbar macht.
Dem Autor wird sogar vorgeworfen, er handle durch seine Behandlung des Themas fast schon grob fahrlässig. Dies sehe ich genau anders herum: Grob fahrlässig wäre es, Leuten die solche Tauchgänge machen die Informationen vorzuenthalten. Ich denke nicht, dass dieser Artikel Taucher, die bisher nicht tief tauchen wollten, plötzlich "verführt". Ich denke eher, dass er Tauchern die solche Tauchgänge schon durchführten eventuell neue Informationen gibt, so dass sie diese zukünftig sicherer durchführen können.
Das absolute Killer-Nichtargument bei diesem Thema (und Steigerung der groben Fahrlässigkeit) ist natürlich auch in diesem Thread vertreten, ein Artikel als "Anleitung zum Suizid." Das mag man durchaus so sehen, aber dann gilt das auch für jeden Artikel über Eistauchen, Wracktauchen, Rebreather, Trimix und vor allem Höhlentauchen!
Denn das sind alles Taucharten, in denen es zu überproportional vielen tödlichen Tauchunfällen kommt.
Dabei ist es tatsächlich schwer zu sagen, ob Tieftauchen (von welcher Tiefe reden wir hier überhaupt?) mit Luft tatsächlich unfallträchtiger ist, als andere Tauchsonderformen. Dies wird auch ausgelöst durch die Schwierigkeit absolute Zahlen (die bei all den gerade genannten glücklicherweise auch nicht zu hoch sind) in relative und vergleichbare Werte umzuwandeln. Ich habe leider die entsprechenden Zahlen nicht mehr, aber ich las vor ein paar Jahren, dass der Prozentsatz von Trimix-Tauchgängen mit Zwischenfällen in UK im Verhältnis zur absoluten Anzahl an Trimix-Tauchgänge erschreckend hoch war. Glücklicherweise sind ja generell die meisten Tauchzwischenfälle nicht tödlich, so auch bei den Trimix-Tauchgängen. Bei Tieftauchgängen ist noch deutlich schwieriger solch eine Korrelation herzustellen, da es überhaupt keine verlässlichen Zahlen gibt, wer wann wie viele Tief-Tauchgänge macht.
Natürlich poppen diese Diskussionen alle paar Monate wieder hoch und es besteht eigentlich kein Anlass, über sie auch nur eine Zeile zu verschwenden. Aber hier besteht ein Unterschied, denn der Anlass ist ein wirklich guter und notwendiger Artikel, den ruhig mehr Personen lesen sollten. Denn Wissen schadet nicht und ehe man sich unwissend auf einen Tieftauchgang einlässt, kann man sich mit der Materie ja noch etwas auseinander setzen.
Das hilft dann auch bei der Entscheidung, ob man letztlich solch einen Tauchgang wirklich durchführen kann und möchte.
Posts: 6
Reply #5 on : Tue December 06, 2011, 02:31:45
Posts: 6
Reply #4 on : Thu July 14, 2011, 12:43:48
Posts: 6
Reply #3 on : Wed June 01, 2011, 08:00:27
Posts: 6
Reply #2 on : Thu March 17, 2011, 11:18:42
Posts: 6
Reply #1 on : Tue March 15, 2011, 21:59:04
Kommentar schreiben
- Benötigte Felder sind mit einem Stern (*) markiert.
Posts: 6
Reply #6 on : Mon January 02, 2012, 14:17:01