Druckkammerfahrt
¤ Theorie ¤ Im Hyperbaren-Sauerstoff-Zentrum München ¤ Die Fahrt ¤ Zusammenfassung ¤
Theorie
Im März 2000 bot unser Club, der TSC Alpha, eine Druckkammerfahrt in Verbindung mit einem Seminar an. Am Freitag trafen wir uns abends zu diesem Seminar, am Samstag ging es dann nach München zum Hyperbaren-Sauerstoff-Zentrum, um dort eine Druckkammerfahrt auf 50m zu machen.
In der Theorie wurden folgende Punkte besprochen:
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- Dekompressionskrankheit I und II
- Was sind die Ursachen
- Was sind die Symptome
- Wie groß ist das Risiko
- Verletzungen:
- Barotrauma
- Lungenriß
- Notfall - Behandlung vor Ort
- Die Druckkammer
- Funktionsweise
- Anwendung bei Tauchunfällen
- Stickstoffnarkose
- Was sind die Ursachen & Symptome
- Was sind die Auswirkungen
Das Seminar war äußerst spannend und sehr lehrreich. Obwohl in den Grundkursen natürlich immer auf Tiefenrausch, Barotraumen und Dekokrankheiten eingegangen wird, kommt dieser Bereich eigentlich immer zu kurz. Vielleicht verständlich, man will ja schließlich keine Kunden abschrecken.
Für jeden Taucher sollte es aber Pflicht sein, sich über diese Dinge zu informieren. Ich denke, dass die meisten Unfälle durch Nichtwissen verursacht werden. Fragt einmal in Eurem Buddykreis, wer sich da mit Dekompressionstheorie wirklich auskennt.
Auf jeden Fall war diese theoretische Grundlage ausgezeichnet und bereitete uns auf den Spaß am nächsten Morgen vor.
Im Hyperbaren-Sauerstoff-Zentrum München
Nachdem wir alle in München das HBO-Zentrum gefunden hatte (es lag durchaus etwas versteckt) teilten wir uns in zwei Gruppen. Während die erste
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Dann ging es los, die erste Gruppe betrat die Kammer, die Schleusen wurden geschlossen und ab ging es. Durch das Bullauge konnte man sehen, wie die Druckanzeige langsam höher kletterte, während die "Trockentaucher" fleißig Druckausgleich machten. Ich ging zur Kontrollkammer, die netterweise voll verglast war, so dass man gut hineinsehen und auch Photos machen konnte. Während in der Kammer der Druck (und natürlich auch die Temperatur) stieg, war die Leiterin der Fahrt im ständigen Audio- und Videokontakt mit der Gruppe. Auf den Monitoren konnte man sehen, wie in der Kammer langsam auch die gute Laune stieg (sie waren inzwischen bei 35m angelangt), man sah lachende Gesichter und eine gewisse ausgelassene Fröhlichkeit der Teilnehmer ließ sich nicht leugnen.
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Also zurück zur Kammer und durch das Bullauge gucken. Inzwischen ist man auf der Zieltiefe von 50m (» einem Druck von ca. 6bar) und die Eingeschlossenen durften Übungen absolvieren. Sah schon etwas lächerlich aus. Wie kann man sich nur so anstellen. Mir wird das nicht passieren - ich werde mich schon beherrschen.
Nach den 10 Minuten auf 50m wurde dann der Druck langsam reduziert und die gute Laune sank so schnell wie die Temperatur. Nur die auf der maximalen Tiefe aufgeblasenen Luftballone wuchsen natürlich, bis sie irgendwann platzten. Nach weiteren 40min. war die Fahrt beendet und wir waren an der Reihe.
Die Fahrt
Wir saßen entspannt in der Kammer, die Türen wurden verschlossen und schon sprach eine Stimme zu uns, erklärte uns noch einmal, dass wir ständig videoüberwacht seien und im Sprechkontakt mit der Bedienung stünden
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Im Gegensatz zum Wasser, wo es mit zunehmender Tiefe ja durchaus kälter werden kann, wurden die Temperaturen in der Kammer langsam ungemütlich warm. Es begann sich die dichtere Luft auch auf die Stimmbänder auszuwirken und statt wohllauter Stimmen kam aus unseren Mündern nur noch Mickey Mouse Gequietsche. Ab ca. 30m wurden auch durchaus, wie in der Gruppe vorher, Sachen witzig gefunden, die eigentlich nicht so lustig waren. Dennoch
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Auf 50m angekommen ging es dann ans eingemachte. Wir wurden aufgefordert, verschiedene Übungen zu machen. Es fing mit etwas relativ einfachem an, dem lauten Vorlesen aus einem Kinderbuch. Das sich alle den Bauch vor lauter Lachen hielten lag wahrscheinlich sehr an dem Effekt den die Dichte der Luft auf unsere Stimmen hatte, dass die Leser kaum einen Satz fehlerfrei vortragen konnten war allerdings bedenklich.
In der zweiten Übung ging es um manuelle Geschicklichkeit. Wir sollten unserem Partner eine Krawatte umbinden. Gesagt, getan - kein Problem. Da meine Partnerin noch nie einen Krawattenknoten gebunden hatte, band ich meinen eigenen auch noch und war als erster fertig. Vielleicht war es mit dem Tiefenrausch ja doch nicht so schlimm!
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Die letzte Übung konnte meine Zweifel allerdings weder bestätigen, noch ausräumen. Wir wurden aufgefordert, 1756 durch 17 zu teilen, eine Aufgabe, an der ich auch unter normalem Druck scheitern würde! Ich muss allerdings gestehen, dass ich sehr lange brauchte, bis ich mir überhaupt den Rechenweg wieder ins Gedächtnis rufen konnte.
Dann waren unsere 10 Minuten auf 50m auch schon wieder um und wir wurden sehr langsam (genau nach VdST-Tabelle) dekomprimiert. Die Heiterkeit ließ mit sinkender Temperatur auch bei uns nach - es wurde sogar richtig kalt in der Kammer und es bildete sich Kondensationnebel. Nach??? Minuten war die Fahrt vorbei und wir stiegen aus. Mein Compi, der Suunto Vyper, der als einziger Computer immer genau mit dem Tiefenmesser der Kammer übereingestimmt hatte, war allerdings tief beleidigt - seiner Meinung nach hätte ich noch 17 Minuten Deko gehabt!
Zusammenfassung
Hat die Druckkammerfahrt etwas gebracht? Ich fand es sehr interessant zu sehen, wie relativ stark sich der Tiefenrausch doch bemerkbar macht. Erschreckend ist dabei besonders das subjektive Empfinden - das ist nämlich in diesem Fall sehr unzuverlässlich. Wir haben alle gedacht, dass die anderen viel stärker von der Stickstoffnarkose betroffen waren, als man selbst.
Kann man daraus Lehren für das Tauchverhalten ziehen? Ich denke, dass bei einer Tiefe von 50 Metern keine direkte Gefahr für mich entsteht. So lange alles gut geht, dürfte die N2-Einfluss auf mein Tauchverhalten eher gering sein. Allerdings würde ich in dieser Tiefe ungern in Situationen kommen, in denen mein Leben von meinen Geisteskräften abhängt.
Alles in allem eine tolle Sache, sowohl das Seminar, wie auch die Druck- kammerfahrt. An dieser Stelle ist auch ein Lob an die Belegschafft des Hyperbaren-Sauerstoff-Zentrums München nötig, die uns super betreut haben.
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