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Flossen
Scubapro TWIN JET MAX
Wie bei allen Ausrüstungsteilen herrscht auch bei der Wahl der Flossen ein wahrer Glaubenskrieg über das beste Produkt. Neben Fragen der Kondition, die einen Einfluss auf die Wahl der Härte des Flossenblatts haben kann, hängt die richtige Flosse auch von anderen Faktoren wie beispielsweise dem Einsatzgebiet ab.
Folglich sind viele Neulinge sehr verwirrt und erfahrene Taucher besitzen meist mehr als ein Paar. Denn selbst im Bereich der Allround-Flossen scheint die Auswahl schier endlos.
Wer eine Flosse sucht, die für das gemächliche Dümpeln im See genauso geeignet ist wie für das Vorwärtskommen in strömungsreichen Gewässern, liegt mit den Twin Jet Max von Scubapro nicht falsch. Auf den ersten Blick erscheinen Split Fins mit ihrem geteilten Flossenblatt nicht unbedingt als typische Allwasserflosse. Im Vergleich zu "normalen" Flossen sieht man sie immer noch recht selten. Wer aber den Wechsel wagt, möchte sie bald nicht mehr missen. Die Umgewöhnung geht sehr schnell. Selbst Taucher, die mit dem vorliegenden Modell zum ersten Mal eine Split Fin zur Probe tauchten, fanden den Wechsel überraschend einfach.
Aufbau der Twin Jets
 Die Scubapro Twin Jet Max
Die Twin Jet Max sind breiter und ein wenig länger als viele andere Flossen, passen aber trotzdem in die Flossentaschen von Tauchrucksäcken. Schwerer wiegt, im Wortsinn, bei der Wahl dieser Flossen als Urlaubsflossen, das Gewicht. Subjektiv bewertet sind sie nichts für Reisende, die auf jedes Gramm achten müssen und befinden sich eher am schwereren Ende des Flossenspektrums. Das Gewicht geht neben dem voll und voluminös wirkenden Flossenmaterial auch auf die Edelstahl-Spring Straps zurück. Diese werden bei den Gespaltenen von Scubapro standardmäßig anstelle normaler Flossenbänder geliefert. Eher aus dem Tek-Bereich bekannt, werden auch andere Taucher schnell die Bequemlichkeit und den Halt dieser Straps schätzen und nicht mehr missen wollen.
Zusammen mit dem bequemen Schuhschaft, der auch für etwas höhere Füße und Füßlinge geeignet ist, verhelfen sie zu einem sehr festen, aber durchaus komfortablen Sitz. Dieser wird auch dadurch unterstützt, dass die Stahlfedern nicht bloß auf der Achillessehne (bzw. dem Schuh darüber) liegen, sondern dass diese Stelle von Gummi umgeben ist und sich zudem eine Fingerschlaufe befindet. Groß genug, um sie auch mit Trockenhandschuhen zu bedienen, macht sie das An- und Ablegen der Flossen selbst bei Wellengang an der Leiter eines Tauchbootes zum Kinderspiel.
Die Twin Jets in der Praxis
Der gute Eindruck der Flossen bestätigte sich auch im Praxistest. Eine Woche unter diversen Tauchbedingungen mit mehreren Probetauchern, von denen einer überwiegend die Scubapro Split Fins tauchte, führte zu einem einhelligen Ergebnis: Egal ob langsames Riff-Erkunden in seichtem Wasser, Tauchen gegen Strömung oder vorsichtiges Durchtauchen eines Wracks mit viel Sediment - die Flossen meisterten alle Anforderungen mit Bravour. Gerade bei strömungsreichen Tauchgängen spielten die Twin Jet Max ihre bauartbedingten Stärken aus. Durch die Leichtigkeit des Schlags kommt man - subjektiv empfunden - deutlich angenehmer und im Vergleich zu Mittauchern auch weniger angestrengt und scheinbar schneller voran. Natürlich spielen hier neben dem eigenenen Empfinden auch Faktoren wie der Trainingszustand eine Rolle, aber nach diversen Tauchgängen mit den Twin Jet Max fiel der Umstieg auf "normale" Flossen in der Strömung spürbar anstrengender aus.
Oftmals werden die Split Fins bei Wracktauchgängen, gerade wenn man in das Wrack eindringt, als kritisch angesehen, auch weil sie für den „Frog Kick“ nicht die ideale Flossenart darstellen. Diese Nachteile ließen sich im Praxisvergleich nicht nachvollziehen. Wenn man seine gewohnte Flossenschlagtechnik umstellt und lediglich propellerartige Kreisbewegungen aus dem Fußgelenk macht, sinkt die Aufwirbelung von Sedimenten gegen Null; nach oben und unten wird praktisch keine Kraft aufgewendet. Durch die zwei flexiblen Flossenflügel ist diese Technik sogar erfolgreicher als mit herkömmlichen Flossen.
Resümee
 Kleiner Makel: Gerissene Schlaufe
Die Twin Jet Max passen wie angegossen, lassen einen entspannten Tauchstil auch unter erschwerten Bedingungen zu und sitzen dank der Springstraps bombensicher. Auch Ein- und Ausstieg waren mühelos möglich. Nur ein Schönheitsfehler zeigte sich: Kräftige Taucher reißen beim Zug an den Spring Straps gerne mal die Zugöse ab. Da diese Öse aber bei jedem Tauchgang mindestens zweimal benutzt wird, sollte das Material natürlich entsprechend stabil gebaut sein. Trotzdem - nach einer Woche intensivem Tauchen mit den Twin Jet Max fiel das Abschied nehmen schwer.
Dieser Artikel erschien ursprünglich im Magazin Dive Inside in der Ausgabe 09/09
Text © 2009 Andreas Nowotny, Photos © 2009 Michael Böhm
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