Jacket

Mares Vector Platinum

1.Eindruck

Mares Vector Platinum Das Vector Platinum Jacket ist ein traditionelles einschaliges ADV Jacket aus 1000 Denier Cordura Plus. Vom Aussehen her ist es eher unauffällig - kein modischer Schnickschnack, überwiegend schwarz gehalten. Es ist ein Hardpackjacket mit interner Softauflage und sehr bequem. Es hat oben eine Fangschlaufe, die man auch über verschiedene Doppelablässe noch gut ziehen kann. Der Bauchgurt ist nicht elastisch, aber sehr gut und genau einstellbar, so dass man mit wenigen Handgriffen den richtigen Sitz einstellen kann. Einmal eingestellt sitzt das Jacket sehr gut, ob im 3mm Shortie, 7mm HT+Eisweste, oder im Trocki.

Hält auch mal ein Doppelpack
Mares Vector Platinum

Der Inflator ist der übliche Maresinflator, den ich sehr schätze. Man kan mit ihm sehr genau und sparsam tarieren, aber wenn es nötig ist läßt sich das Jacket auch recht schnell aufblasen. Der Auftrieb hält sich mit 16l (bei der L-Größe) im Rahmen, bzw. bewegt sich im unteren Rahmen. Etwas mehr wäre sicher nicht verkehrt, für den normalen Sporttaucher sollte es aber ausreichen. Das Jacket hat 3 Notablässe durch Zug: Im Inflator, rechts oben und hinten unten. Die Kugeln an den Notablässen sind groß, griffig und auch mit dicken Handschuhen gut zu bedienen. Die Kugel hinten unten hat Auftrieb, so dass sie nicht anliegt. Dies ist ein, in meinen Augen, großes Plus, denn damit ist gewährleistet, dass man die Kugel UW schnell und bequem findet. Von Teckies wird dies gern bemängelt, weil man sich ja verhaken könnte, bei den von mir durchgeführten Tauchgängen halte ich diese Gefahr für extrem gering.

Das Jacket hat 8 D-Ringe, 2 große in Brusthöhe, 2 große an dem Gurt mit dem man die Schultergurte anzieht, sowie 2 kleine unten und 2 kleine über den Taschen. Diese benutze ich gerne, um das Zeug in den Taschen daran festzuklemmen. Die unten benutze ich zur Fixierung der Konsole (links) und zum einhängen des Kompanden (rechts).

Ursprünglich hatte ich geschrieben:
Stages würde ich eher nicht daran hängen, da die Dinger aus Plastik sind - aber in so einem Fall würde ich auch nicht mit diesem Jacket tauchen ;-)
Hmmm, wie sich die Zeiten ändern! Inzwischen habe ich sehr wohl (Alu-)Stages drangehängt und sie haben gut gehalten - wobei ich die Stages natürlich erst im Wasser angelegt habe, um die Ringe nicht über Gebühr zu beanspruchen.

Ein besonderes Plus sind die beiden Taschen mit Reißverschluß. Da habe ich allen möglichen Krimskrams drinnen (Tabellen, Notlampe, Schreibtafel, Schnorchel) ohne Angst zu haben, dass mir irgendetwas beim Tauchen rausfällt. Trotzdem kann man die Taschen auch mit Trockenhandschuhen öffnen und auch im aufgeblasenen Zustand Sachen entnehmen und reintun. Beim Schließen muß man etwas Geschicklichkeit an den Tag legen, es geht aber auch. Die Taschen haben vorne ein Gitternetz, so dass Wasser gut abfließen kann. Stabil sind sie auch - ich habe pro Tasche seit Jahren jeweils 1,5 kg Blei drinnen.

Das Jacket ist primär für Einzelflaschen gedacht, läßt sich aber umrüsten, so dass es doppelpacktauglich ist (bis D-10). Kostenpunkt: ca. € 80,-. Ich habe eine Do8 schon mehrmals mit dem normalen Gurt befestigt (dann steht aber kein bißchen Gurt über der Schnalle hervor) und mit einem einfachen Bleigurt noch einmal gesichert (siehe Photo). Insgesamt kann ich aber nicht anraten dieses Jacket langfristig für ein Doppelpack zu benutzen, dazu ist es meiner Ansicht nach nicht stabil genug und hat zu wenig Auftrieb.

Der Praxistest

Ich bin mit diesem Jacket sowohl im Süß- wie auch im Salzwasser getaucht und völlig zufrieden damit. Es ist ein Hardpackjacket, aber trotzdem noch reisetauglich, da es nur ca. 2,8kg. wiegt und relativ klein zusammenlegbar ist. Als reines Reise- und Warmwasserjacket ist es vielleicht schon einen Tick zu groß, aber für Taucher die sowohl in unseren Gewässern unterwegs sind, wie auch auf Reisen gehen ist es eigentlich ideal.

Vector Platinum von der SeiteDas An-und Ablegen bereitet keinerlei Probleme. Alle Bedienelemente (Schnallen, Inflator, etc.) lassen sich auch in voller Montur bequem greifen und einstellen. Durch die Konstruktion bedingt - Bauchgurt hält das Jacket, beim Aufblasen drückt die Luft die Taschen nach außen - ist das Jacket auch im aufgeblasenen Zustand bequem und es stellt sich nicht das "Hallo - ich - tauche - in - einer - Zwangsjacke" - Gefühl ein.

Durch den verstellbaren Bauchgurt sitzt das Jacket wirklich gut und man hat unter Wasser eine stabile und komfortable Lage. Nichts drückt, aber alles sitzt fest und auch auf dem Rücken tauchend stellen sich keine Probleme ein. Wenn man vernünftig ausgebleit ist und das Blei richtig verteilt hat, ist es möglich ohne Probleme jede Position einzunehmen und einzuhalten, ein Vorteil den ich erst jetzt nachträglich zu schätzen gelernt habe, seit ich trocken tauche und es mir nicht mehr so leicht fällt, auf der Seite oder auf dem Rücken liegend zu tauchen.

Funzt ohne zu murren!
Mares Vector Platinum

Der Inflator verrichtet seinen Dienst wie alle Mares Inflatoren mit denen ich bis jetzt getaucht bin. Man kann sehr sparsam und gezielt dosieren, ohne dass es einen gleich um Meter nach oben lupft, aber auch ohne dass man sich jetzt super darauf konzentrieren muß. Wenn man es braucht, kommt relativ schnell Luft. Man sollte natürlich nicht unterschätzen wie lange man trotzdem braucht, um das Jacket relativ voll aufzublasen. Wenn man sich nicht nur im freien Abstieg, sondern eventuell auch im freien Fall befindet, sollte man mit dem Bremsen deshalb schon gut vorher beginnen. So begann ich einmal bei 20m mit dem Aufblasen (angepeilte Tiefe: 25m) und kam erst bei 27,5m zum Stop. Das ist relativ egal, wenn mehrere Meter unter der Zieltiefe noch Wasser ist, ich kann mir aber vorstellen wie es einige Leute in den Boden haut (sogar schon gesehen), schlimmer noch, wie man in ein Korallenriff einschlagen könnte.

Insgesamt kann ich sagen, dass sich das Vector Platinum sehr gut bewährt hat, sowohl in einheimischen Seen, wie auch im Meer. Ich bin sehr zufrieden damit und kann es nur empfehlen.

copyright Andreas Nowotny 2003

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